Gedanken

Kopf erwacht.
Augen auf.
Hirn an.
Gedanken springen wild durch die Gegend.
Zu schnell.
Ich möchte sie gerne abstellen.
Nein.
Verdrängen sollte man ja auch nicht.
Zulassen.
Akzeptieren.
Loslassen.

 

 

Zahnpasta

Wieso darf man Zahnpasta nicht runterschlucken?

Weil sie zu schädlich für uns ist? Aber dann in den Abfluss spucken ist okei? Sie besser der lieben Natur zumuten?

Wieso sollte ich Sachen konsumieren, die ich nicht runterschlucken darf? Die mir und der Natur schaden können?

 

 

Was ich so denke 02

Ideenflut

Ich habe sehr viele Ideen, wirklich sehr viele. Ich bin eine Person, die sich sehr gut für Neues begeistern kann. Jeden Tag kommen mir unzählige Ideen, wie ich mich kreativ ausleben könnte. Da ich immer Angst hatte, diese tollen Ideen zu vergessen, habe ich begonnen, diese in ein Notizbuch zu schreiben. So vergesse ich sie nicht mehr und muss nur schauen, dass ich das Buch nicht verlege.

Früher hatte ich immer das Gefühl, ich müsse jede neue Idee gleich umsetzen. Ideen nicht gleich auszuführen war für mich schlecht und es zeigt ein Versagen. Das war meine Haltung, welche mich natürlich sehr unter Druck setzte.

Jetzt erst habe ich gecheckt, dass das totaler Unsinn ist. Es ist absolut kein Versagen, nicht gleich alles auf einmal umzusetzen. Ich habe mich gefragt, wie es zu dieser Angst gekommen ist. Ich denke die heutige schnelle Lebensform hat meine Angst unterstützt. Man arbeitet mehr in kürzerer Zeit. Hat viele To Do’s die man schnell erledigen will oder muss. Bestellt man etwas im Internet, ist es am nächsten Tag schon da. Alles geht enorm schnell. Deswegen hatte ich vielleicht auch das Gefühl, gleich alles umsetzen zu müssen.

Ich kann in meiner grossen Ideensammlung jederzeit stöbern und mir eine Idee aussuchen die ich realisieren möchte. Die Ideen sind immer da, sie laufen nicht weg, ich kann relaxed bleiben.

Eine weitere Erkenntnis für mich ist, dass ich nicht alle meine neuen Ideen gleich mit andern teilen muss. Das macht mir nur wieder Druck und ich hab das Gefühl ich muss sie jetzt dann umsetzen, damit ich das Endprodukt präsentieren kann.

Ich freue mich einfach im Stillen mit mir selbst, über meine verschiedenen Ideen und freue mich dann umso mehr sie zu verwirklichen. Dieses Notizbuch ist mein persönlicher Schatz.

 

Im Zug

Der Zug steht gerade in Interlaken West. Mein Blick geht aus dem Fenster und ich schaue mir das bunte Treiben am Bahnhof an. Die Leute strömen in Scharen über das Perron. Immer mehr, der Strom scheint nicht kleiner zu werden. Neben mir sitzt eine Frau mit ihrer Tochter. Sie sind unterwegs nach Interlaken Ost, um dort das Wochenende zu verbringen und zusammen wandern zu gehen.
Die Tochter fragt, ob sie das Handy haben könnte. Die Mutter schüttelt den Kopf.            Die Tochter überlegt und entgegnet dann: „Vielleicht dann am Abend bevor wir schlafen gehen?“ Die Mutter meint: „Ja, von halb acht bis viertel vor acht.“
Ein bisschen enttäuscht fragt das Mädchen, ob acht Uhr auch möglich wäre.
„Das werden wir dann sehen“, antwortete ihre Mutter.
Die Tochter gibt sich damit zufrieden und schaut aus dem Fenster.
Der Zug fährt langsam in Interlaken Ost ein.

Was ich so denke 01

An der Bushaltestelle

Ich stehe an der Bushaltestelle, vis-à-vis steigt eine Horde Teenies aus dem Tram aus.  Sie streichen die Haare glatt, ziehen die hochgeschnittenen Jeans noch höher, damit sich ja keine Falte an den eingequetschten Oberschenkeln bildet. – Als ich noch jünger war, war es schon auch wichtig sich rauszuputzen, wenn man am Abend weg ging. Ich habe auch Stunden überlegt, ob dieses Top jetzt wirklich zu dieser Hose passt oder ob ich vielleicht doch ein ganz anderes Outfit anziehen möchte. Beim Schminken verlor ich weniger Zeit. Gesicht eincremen, die Wangen schön matt pudern, schwarze Wimperntusche, rote Lippen. Das wars.

Dünn sein war in. Pushup BHs auch. Es hat sich eine Menge verändert. Pushup BHs sind glaube ich immer noch in. Dünn sein ist nicht mehr angesagt, eher einn wohlgeformter Körper und ein üppiger Arsch, was ich tendenziell gut finde. Leider wird es aber auch wieder ins Extrem getrieben. Man ist nicht mehr nur am Abend, wenn man mit Freunden weggeht gestylt, nein, auch aufwendiges Tagesmakeup ist Standard. Ich habe das Gefühl, dass seit ein paar Jahren das ganze Styling krasser geworden ist. Zwölfjährige, die sich wie Achtzehnjährige anziehen, geschminkt sind wie Zwanzigjährige. Wo bleibt da das Kind unter diesen vielen Schichten von Makeup?

Sich richtig und perfekt präsentieren ist das Wichtigste. Ordinär, laut sprechen, aufmüpfig tun… Ich fühle mich alt, bin aber froh, in einer andern Generation gross geworden zu sein. Ich habe noch mitbekommen, wie es ist, ohne Handy aufzuwachsen, zufrieden draussen zu spielen, mich besser auf Sachen konzentrieren zu können. Allgemein war ich weniger abgelenkt und konnte mehr im Moment leben.

Heute weiss ich, wie es früher war, merke aber, dass ich mich nicht mehr so gut konzentrieren kann und zunehmend Vieles vergesse. Ich bin voll reingerutscht in dieses schnelle, sich ständig ändernde Treiben. Es ist alles so langsam ins Schnelle übergegangen, dass ich es zuerst gar nicht bemerkt habe. Auf nichts ist Verlass, alles ist im Wandel. Nur schwer, mit viel Disziplin, kann ich mir ruhige Momente schaffen. Nach zehn Anläufen, wenn ich schon fast vom Digitalenstrom weggetrieben werde, gelingt es mir, eine halbe Stunde zu meditieren, und ich fühle mich wieder für eine kleine Weile geerdet.